Vierter Ironman-WM-Titel für Daniela Ryf

Erneuter Triumph auf Hawaii: In imponierender Manier und mit einer überragenden Leistung hat Daniela Ryf an der Ironman-WM ihren eigenen Streckenrekord aus dem Jahr 2016 geradezu pulverisiert. Selbst ein Quallenbiss konnte sie bei ihrem vierten Titelgewinn in Folge nicht stoppen.

Als ob Druck die einfachste Sache der Welt wäre: Daniela Ryf ist an der Ironman-WM auf Hawaii ihrer Favoritenrolle vollauf gerecht geworden und hat sich mit einer spektakulären Leistung ihren vierten Ironman-WM-Titel gesichert. In ihrem bisher besten Triathlon-Rennen ihrer Karriere pulverisierte die 31-jährige Solothurnerin mit 8:26:16 Stunden auf Big Island den eigenen Streckenrekord aus dem Jahr 2016 um über 20 Minuten (8:46:46) und blieb damit auch dieses Jahr unschlagbar auf der Triathlon-Langdistanz. «Es war eines der verrücktesten Rennen meines Lebens», sagte Ryf anschliessend.

Bei ihrem vierten Hawaii-Sieg in Folge setzte sich die Solothurnerin wie im Vorjahr vor der Engländerin Lucy Charles durch. Charles, die nach dem Schwimmen noch einen Vorsprung von über zehn Minuten auf Ryf aufgewiesen hatte, wurde von der im Laufen überragenden Solothurnerin bis ins Ziel noch um über zehn Minuten distanziert. Die 31-Jährige Solothurnerin benötigte für den Marathon gerademal 2:57:05 Stunden. Dritte wurde die Deutsche Anne Haug (8:41:58 Stunden).

«Aufgeben war keine Option»
Noch in der ersten Disziplin lief es für Daniela Ryf alles andere als optimal. Sie wurde beim Schwimmen von einer Qualle unter beiden Achselhöhle gebissen und geriet so in Rückstand. Mehr als zehn Minuten fehlten ihr deshalb auf die Erstplatzierte Charles, als sie aus dem Wasser stieg. «Ich dachte einen kurzen Moment, ich müsse aufgeben, die Schmerzen waren extrem gross», beschrieb Ryf den kritischen Moment zu Beginn des Rennens im Ziel. «Ich spürte eine Zeit lang gar meine Arme nicht mehr.» Doch Aufgeben war für Ryf keine Option. «Ich kämpfte einfach weiter und konnte Superkräfte mobilisieren.» Und wie. Die Schmerzen liessen etwas nach und sie startete eine fulminante Aufholjagd auf dem Velo und überholte mit einer phänomenalen Leistung in ihrer Paradedisziplin die gesamte Konkurrenz inklusive die führenden Charles. Die Radstrecke absolvierte Ryf in 4:26 Stunden – 18 Minuten schneller als Landsfrau Karin Thürig im Jahr 2011 und 2 Minuten schneller als Patrick Lange bei seinem Sieg im Vorjahr. «Es war einfach unglaublich», so Ryf. «Ich konnte richtig Gas geben, alles lief perfekt.»

Auf der abschliessenden Marathon-Strecke liess die Solothurnerin nichts mehr Anbrennen. Sie baute ihren Vorsprung bis ins Ziel kontinuierlich von gut 3 auf 10 Minuten aus und lief überglücklich ins Ziel. «Ein verrückter Tag. Es ist unfassbar. Ich bin immer noch etwas ‹geflasht›», so die Bilanz von Ryf.

Nun auf Augenhöhe mit Chrissie Wellington
Im Vorfeld der Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii sagte Daniela Ryf stets, sie wolle ein spektakuläres Rennen zeigen und die Zuschauer beeindrucken. Das ist ihr mehr als gelungen. Mit ihrem vierten Ironman-WM-Titel in Folge schloss Ryf zur vierfachen englischen Ironman-Weltmeisterin Chrissie Wellington auf, die nicht mehr aktiv ist. Mehr WM-Titel auf Hawaii haben einzig Rekordsiegerin Paula Newby-Fraser (8) und Natascha Badmann (6) gewonnen

Ironman Kona, Hawaii - Daniela Ryf
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